Aktuelles

22. BAG Jahrestagung/ „Fanprojekte – Feigenblatt, Mauerblümchen oder wirksames Instrument“

Vom 24.03. bis zum 26.03.2015 fand in Braunschweig die 22. Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) statt. Neben dem fachlichen Austausch von über 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Fanprojekte aus ganz Deutschland am Mittwoch und Donnerstag, stand dabei die offizielle Auftaktveranstaltung am Dienstag im Eintracht-Stadion im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses.

Besonders die Teilnahme des Niedersächsischen Innenministers Boris Pistorius an der Podiumsdiskussion des ersten Veranstaltungstages stellte eine besondere Wertschätzung der Fanprojektarbeit dar. Der Innenminister zeigte im Rahmen der Diskussion ein besonderes Gespür für das Rollenverständnis der Fanprojekte: „Wir dürfen die Fanprojekte nicht zum verlängerten Arm der Polizei machen und dürfen sie nicht mit unserer Erwartungshaltung überfrachten“.
Michael Gabriel, Leiter der Koordinationsstelle der Fanprojekte (KOS), unterstrich den gesellschaftspolitischen Auftrag der Fanprojekte und auch die Vertreter der Fußballverbände DFB und DFL lobten die präventive Arbeit der Fanprojekte.

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„Der Kampf um die Hegemonie in den Kurven findet wieder offener statt.“

Interview mit Gerd Wagner von der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS)

[…] Was macht die besondere Situation von sozialpädagogischen Fanprojekten aus? Welche Herausforderungen stellen sich ihnen und welche besonderen Methoden und Zugänge haben sie, um damit umzugehen?

Die besondere Hausforderung für die Fanprojekte besteht nach meiner Auffassung darin, dass sie sich keinen Zugang zu irgendeiner Gruppe verbauen dürfen, sie müssen, wie wir das nennen, moderationsfähig bleiben. Es geht ja in der Fanarbeit darum, durch das Akzeptieren der Person oder einzelner Gruppen eine belastbare Beziehung aufzubauen und so auch inhaltliche Auseinandersetzungen zu ermöglichen. Das bedeutet nicht, mit ihren Ansichten einverstanden zu sein. Fanprojekte müssen ein klares Profil zeigen und deutlich machen, dass sie gegen jegliche Diskriminierung, für Gleichberechtigung und demokratische Werte ein stehen. Das ist gerade gegenüber Jugendlichen und jungen Erwachsenen wichtig, deren Persönlichkeitsbild noch nicht so gefestigt ist. Theoretisch klingt das sehr gut, aber in der praktischen Arbeit ist es alles andere als einfach. In dem Moment, wo es in der Szene echte Konflikte um die Hegemonie in der Kurve gibt, gerät auch das Fanprojekt zwischen die Fronten – das haben einige Beispiele gezeigt. Und zwar sowohl innerhalb der Fanszene als auch durch die öffentliche Berichterstattung. Gleichzeitig genießen die Fanprojekte in den jeweiligen Fanszenen eine hohe Akzeptanz, sie sind nahe dran an der Lebenswelt der Fans und haben somit beste Voraussetzungen, langfristig erfolgreich zu wirken. […]

Das gesamte Interview findet ihr auf kos-fanprojekte.de.

Buchlesung am 7.2. um 17:00 Uhr im Fanprojekt – „Zwischen den Welten“ von Marco Bertram

Im Anschluss an das Heimspiel gg. Jahn Regensburg laden wir zur Buchlesung mit Marco Bertram ein. 368 Seiten Fußballleidenschaft – und auch der F.C. Hansa Rostock findet im kürzlich erschienenen Buch von Marco Bertram ein angemessenes Plätzchen. Frühjahr 1992, die Rostocker zu Gast im Kölner Müngersdorfer Stadion. Marco mit dabei im Gästeblock. Herbst 1995: Der F.C. Hansa Rostock gegen Eintracht Frankfurt vor 60.000 Zuschauern in Berlin – auch für ihn als Berliner ein überaus denkwürdiges, emotionales Spiel. Und auch zwei aktuelle Partien wurden mit ins Buch integriert.

Sein Leben glich auch abseits des runden Leders einer Achterbahn. Mehrmals kitzelte der düstere Meister mit der Sense an seinem Schopfe, doch immer wieder waren die Schutzengel zur Stelle. Bei der Busentführung und den Überfällen in Brasilien, beim schweren Autounfall Ende der 90er und nicht zuletzt beim Schiffbruch bei Windstärke zehn bis elf auf der Nordsee im November 1999. Ausbildung zum Elektroniker, Abitur auf dem zweiten Bildungsweg, diverse Touren, Studium an der HU Berlin, Selbständigkeit seit 2004. Gemeinsam mit seinem Projektpartner Karsten Höft leitet er seit 2009 das Onlinemagazin www.turus.net.

Im Buch „Zwischen den Welten“ sind knackige Fußballerlebnisse und spannende Episoden aus Biographie und den wichtigsten Reisen eng verknüpft. Und auch bei den Lesungen gibt es eine Mischung aus allem – wobei der Schwerpunkt allerdings ganz klar beim Fußball liegt. Die Lesung dauert etwa 90 Minuten und soll sowohl die älteren Fans, die von der „guten alten Zeit schwärmen“, als auch die junge Generation ansprechen. Für Diskussionsstoff dürfte im Anschluss der Lesung gesorgt sein.

Wir freuen uns auf einen unterhaltsamen Abend.
Team Fanprojekt

Allen ein frohes neues Jahr 2015 …

Hallo liebe Hansafans,

wir wünschen Euch allen einen erfolgreichen Start ins Jahr 2015. Wie gewohnt sind wir dienstags bis donnerstags 13:00-18:00 Uhr in unseren Räumlichkeiten anzutreffen. Weiterhin habt Ihr die Möglichkeit, jeden Dienstag von 19:00 – 21:00 Uhr in der Turnhalle Olaf Palme Straße (Toitenwinkel) mit uns eine Runde Fußball zu kicken. Darüber hinaus hat sich in den vergangenen Wochen ein Personalwechsel ergeben. Kristin Schumacher (Elternzeitvertretung/ Mitarbeiterin im Fanprojekt) und Martin Arndt (Lernort Ostseestadion) verstärken zukünftig das Team.

Mit sportlichen Grüßen
Team Fanprojekt

Lesung mit anschließender Weihnachtsfeier / 20.12. – 17:00 Uhr

Hiermit möchten wir Euch alle herzlich zu unserer Weihnachtsfeier am 20.12.2014 ins Fanprojekt einladen. Diese startet nach dem Heimspiel gg. Kiel um 17:00 Uhr mit einer Lesung von Björn Achenbach zu seinem Buch „Hansa ist mein Leben“, gefolgt von Live-Interviews mit zwei bekennenden Hansa-Fans. Danach möchten wir den Abend gemeinsam mit Euch in gemütlicher Runde ausklingen lassen.

Wir freuen uns auf Euch,
Euer Fanprojekt.

Stellungnahme zu den Ereignissen um das Spiel Hansa Rostock gegen Dynamo Dresden

Mit ein paar Tagen Abstand möchten auch wir uns zu den Ereignissen um den 19. Spieltag äußern. Zum Heimspiel des FC Hansa Rostock gegen die SG Dynamo Dresden waren am Sonnabend, 29. November, 20.500 Zuschauer ins Stadion gekommen; davon schätzungsweise 2.400 Anhänger der SG Dynamo Dresden. Die Spielansetzung hatte bereits im Vorfeld für große Aufmerksamkeit gesorgt. Aufgrund der Geschehnisse sowohl während des Spiels als auch im Anschluss daran steht die Begegnung weiterhin im öffentlichen Fokus.

Betrachtet man den Ort eines Fußballstadion mit seinen Zuschauern als einen Spiegel der bestehenden Gesellschaft, so können die Vorfälle rund um das Spiel durchaus auf gesellschaftliche Missstände hindeuten. Das Werfen von Steinen, Flaschen etc. auf PolizistInnen und Ordnungsbehörden zeugt von einem staatsfernen Denkmuster. Auch als rund ein Dutzend Leuchtraketen Richtung Spielfeld und angrenzende Tribünenbereiche aus dem Gästeblock geflogen sind – und die Rostocker Fanszene sich davon besonnener weise nicht über das Maß hinaus provozieren ließ und lediglich mit verbalen Unmutsäußerungen reagierte – wurde ebenso in Kauf genommen, dass Menschen verletzt werden.

Weniger die öffentlichen Aussagen seitens der Politik, sondern vielmehr eine differenzierte Betrachtungsweise um die Ereignisse können einen Prozess des Verstehens um Ursachen anstoßen. Es sollte nicht verallgemeinernd über Fußballfans gerichtet werden. Übertreibungen, Schuldzuweisungen und vorschnelle Verurteilungen sind nicht förderlich für diesen Prozess und festigen eher Feindbilder und Stigmatisierungen.