Aktuelles

Ausfall des Fanfrühstücks am 17.11.2012

Aufgrund der Veranstaltung der Fanszene Rostock e.V. am Samstag um 10:00 Uhr werden wir unser Fanfrühstück ausfallen lassen. Ihr findet uns sowohl auf dem Fanclubtreffen als auch wie gewohnt am bzw. im Stadion.

Mit sportlichen Grüßen
Team Fanprojekt

1.11.2012 Fan-Gipfel: Die Abschlusserklärung

Am vergangen Donnerstag hatte die Fan- und Mitgliederbetreuung des 1. FC Union Berlin zum Fan-Gipfel nach Berlin eingeladen.

Mehr als 250 Teilnehmer vertraten insgesamt 49 Vereine aus der 1. bis 4. Liga. Neben einer Zusammenfassung der Ereignisse der vergangen Wochen rund um die Veröffentlichung des DFL-Konzeptes „Sicheres Stadionerlebnis“ wurden die einzelnen Kritikpunkte am Konzept aufgezählt. Unter anderem wird bemängelt, dass Fans bzw. Fanvertreter nicht nach ihren Meinungen und Ansichten gefragt wurden und der Fokus eher auf neuen und verschärften Sanktionsmechanismen liegt. (z.B. Ganzkörperkontrollen, Abschaffung von Stehplätzen, Verlängerung der Dauer von Stadionverboten, gezwungene Auferlegung eines Fankodex)

Mit dem Fan-Gipfel ist ein klarer Fingerzeig Richtung DFL gegangen, dass nicht nur ein Teil der Vereine, sondern auch eine Vielzahl an Fans das Strategiepapier „Sicheres Stadionerlebnis“ ablehnen. Ebenso wurde festgehalten, dass eine Veränderung vom momentanen IST-Zustand in den WUNSCH-Zustand (siehe Grafik) erreicht werden soll; nämlich durch das Öffnen von Verbandsstrukturen und einer Stärkung der Vereine sowie einer Mitbestimmung von Fans. Zum Ende der Veranstaltung einigte sich das Plenum in der Abschlusserklärung auf folgende zentrale Forderungen und Positionen: Die Abschlusserklärung!

Stellungnahme rund um die Geschehnisse zum Auswärtsspiel in Dortmund

Aufgrund der öffentlichen Diskussion rund um das Auswärtsspiel in Dortmund möchten wir gerne zur Versachlichung beitragen und die Geschehnisse rund um den Spieltag aus unserer Sicht schildern.

Im Rahmen der Arbeit des Rostocker Fanprojektes begleiten wir die Fans zu jedem Spiel des FC Hansa Rostock e.V., so auch zum Spiel nach Dortmund. Die aktive Fanszene hatte sich dazu entschlossen, mit dem Wochenendticket die Reise anzutreten. Analog der Gesprächsrunden bei organisierten Sonderzügen durch die Fanszene Rostock e.V. wurde sich auch diesmal im Vorfeld des Spiels mit der Bundespolizei und Vertretern der aktiven Fanszene zusammengesetzt. Hierbei wurden u.a. Ansprechpartner gegenüber der Bundespolizei für die gesamte Reise benannt. Der gemeinsame Wunsch aller Beteiligten nach einem Entlastungszug konnte aus mehreren Gründen nicht realisiert werden. Sicherlich muss an anderer Stelle in den verschiedenen Gremien darüber gesprochen werden, warum es nicht möglich war, einen Entlastungszug seitens der Deutschen Bahn zur Verfügung gestellt zu bekommen.

Sowohl die An- als auch die Abreise der rund 800 Hansafans nach Dortmund verliefen ohne Zwischenfälle. Ein längerer Aufenthalt (techn. Weichendefekt) nahe Hamburg bei der Anreise bedeutete eine Verspätung von mehr als einer Stunde. Daher sind die Zugfahrer erst zu Beginn der zweiten Halbzeit am Dortmunder Stadion angekommen. Nach einer zehnstündigen Anreise und der Verspätung wollten die Fans zügig ins Stadion gelangen. Umso unverständlicher ist es, dass zur Kontrolle (Abtasten, Vorzeigen der Eintrittskarte) lediglich nur zwei Gänge/Schleusen geöffnet waren. Aus unserer Sicht baute sich nun zunehmend Druck auf die beiden Eingänge auf. OHNE Vorwarnung und sichtbaren Handlungsbedarf wurde mehrfach Pfefferspray sowohl von vorne als auch von der Seite auf die Fans gesprüht. Hinzu kam, dass eine Reiterstaffel sich seitlich in die Menge bewegt hat. Dies führte zu einer unübersichtlichen, teils chaotischen und durchaus gefährlichen Situation. Ein Mitglied des Aufsichtsrates, der Abteilung Fanbetreuung und des Fanprojekts suchten den Kontakt mit der Polizei, kümmerten sich um die durch den Einsatz von Pfefferspray verletzten Fans und wirkten letztlich beruhigend auf die Anhänger ein.

Mitte der zweiten Halbzeit wurde ein Knallkörper aus dem mit knapp 4.000 Fans gefüllten Gästeblock geworfen. Das Zünden und Werfen eines Böllers im Stadion ist nicht tolerierbar und gefährlich. Wie jedoch aktuell in den lokalen Medien zu lesen ist, handelt es sich dabei aber nicht um eine „ganz andere Dimension“ von Gewalt. Eine Gewaltdebatte, die selbst durch Statistiken der ZIS (Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze der Polizei) nicht gestützt werden kann und die teils populistische und zudem vorschnelle Generalverurteilung von Fußballfans und verallgemeinerte Übertreibungen bringen den sachlichen Dialog um die Sicherheit im deutschen Fußball ganz sicher nicht weiter. Die Tat eines Einzelnen kann und darf nicht zur Verurteilung einer gesamten Gruppe oder Teilen der Fangemeinde führen.

Pressemitteilung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) zum DFL-Konzeptpapier

[…] „Gleichfalls ist die Form und offensichtliche Intention, ein einheitliches Konzept VORZUGEBEN, dem sich alle Vereine und Millionen von Fußballfans unterwerfen müssen, aus Sicht der BAG der absolut falsche Weg. Hinzu kommen die datenschutzrechtlich und rechtstaatlich erst einmal zu überprüfenden Bestrebungen in Bezug auf Personalienweitergabe, Ganzkörperkontrollen, Kollektivstrafen, etc. Die Signalwirkung dieser Bestrebungen, ein eigenes Rechtsystem installieren zu wollen, ist fatal. […] Die Tatsache, dass bei der Erstellung des Konzeptpapiers „Sicheres Stadionerlebnis“ weder Fanbeauftragte noch die sozialpädagogischen Fanprojekte involviert waren, ja nicht einmal die für Fanbelange zuständigen hauptamtlichen Mitarbeiter bei DFL und DFB einbezogen wurden, kann den Eindruck entstehen lassen, dass entsprechende Expertenmeinungen nicht gewünscht waren. Dabei müsste gerade die Umsetzung der verschiedenen Punkte in der Praxis ein zentrales Thema sein. Wenn man die verschiedensten Szenarien durchspielt, wird man schnell feststellen, welche Schwierigkeiten und massiven Problemfelder entstehen können. […] Aus Sicht der BAG befinden wir uns derzeit an einem Scheideweg, an dem man genau überlegen sollte, wie weiter vorzugehen ist. Die teils populistische Generalverurteilung von Fußballfans, dazu eine Gewaltdebatte, die selbst durch die Zahlen der ZIS nicht gestützt wird, bringen den Diskurs um Sicherheit im Fußball ganz sicher nicht weiter, vielmehr stärkt man durch den oben skizzierten Umgang mit der gesamten deutschen Fankultur nur die radikalen Kräfte in den Fanszenen. Dies kann und darf nicht das Ziel der DFL oder des DFB sein. Man muss sich genau überlegen wie man die „normalen“ und „gewillten“ Fans stärkt, und dies geht nur mit Kommunikation auf Augenhöhe, was leider viel zu selten praktiziert wird. Die BAG appelliert an die DFL, das vorliegende Konzeptpapier zurückzuziehen und gemeinsam mit Vereinen, Fanprojekten und Fans bestenfalls jeweils auf lokaler Ebene und insbesondere unter Berücksichtigung der teils grundverschiedenen örtlichen Strukturen die fanrelevanten Themenfelder neu zu erarbeiten. Die vorliegende Fassung wird von der BAG jedenfalls strikt abgelehnt.“ […]

i.A. Thomas Beckmann / Matthias Stein
BAG-Sprecher

DFL-Papier „Sicheres Stadionerlebnis“

Die Veröffentlichung des DFL-Papiers „Sicheres Stadionerlebnis“ sorgt sowohl bei den Fans als auch den Vereinen zunehmend für große Irritationen, Unmut und jede Menge Gesprächsbedarf. Mehrere Vereine der 1. und 2. Bundesliga haben der DFL klar signalisiert, dass vorgestellte Konzept in dieser Form abzulehnen. In diesem Zusammenhang sind die Interviews in der aktuellen 11freunde mit Dirk Zingler (Präsident vom 1. FC Union Berlin) und dem ehemaligen DFB-Sicherheitsbeauftragten Helmut Spahn sehr empfehlenswert.

In der kommenden Woche am Donnerstag (1.11.12) hat die Fan- und Mitgliederabteilung des 1. FC Union Berlin gemeinsam mit dem Eisernen V.I.R.U.S. e.V. zu einem außerordentlichen Fangipfel nach Berlin eingeladen.

1. Harte Kritik am Sicherheitskonzept der DFL.
http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/startseite/576639/artikel_harte-kritik-am-sicherheitskonzept-der-dfl.html

2. Da reden Personen, die keine Ahnung haben.
http://www.11freunde.de/interview/ex-dfb-sicherheitschef-helmut-spahn-ueber-gewalt-im-fussball

3. Die harte Hand löst keine Probleme!
http://www.11freunde.de/interview/union-berlin-praesident-dirk-zingler-ueber-fans-und-verbaende

4. Einladung zum Fangipfel
http://www.eiserner-virus.de/start.php

Kicker-Turnier und Filmabend

Zum Abschluss der Ausstellung Tator Stadion 2 laden wir zum Kicker-Turnier in den Räumlichkeiten des Fanprojektes ein. Am Freitag, den 19.10. können sich die teilnehmenden Mannschaften ab 18:00 Uhr dem Duell stellen und den Kicker-Sieger ausspielen. Während der spielfreien Zeit besteht die Möglichkeit, sich fußballerische Kurzfilme auf Leinwand anzuschauen.

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